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Udo Jürgens

Morgens, wenn dich vorort Züge wecken,
In denen Menschen auf dem Weg zur Arbeit sind.
Die ihre Träume hinter Zeitungen verstecken.
Carpe Diem – fühle den Tag!
Mittags, wenn aus Schulen Kinder rennen
Und alte Damen Spatzen füttern geh′n im Park.
Und sich am Airport Menschen trennen und erkennen.
Carpe Diem – greif‘ nach dem Tag!
Denn jeder Weg lohnt den Versuch,
So lange man ihn geht, heißt Leben manchmal auch:
Trotz alledem. Das Leben ist ein großes Buch.
Auf jeder Seite steht als erster Satz: Carpe Diem.
Abends, wenn sich die Lichter spiegeln.
Wenn Gläser klingen und wir nur noch uns gehör′n.
Wenn wir uns lieben, bis wir schweben wie auf Flügeln.
Carpe Diem – genieße den Tag!
Fühl‘ es, morgens, mittags oder abends.
Wenn wir den Augenblick versäumen, bleibt uns nichts.

Ein wunderschönes Lied von Udo Jürgens mit der Hymne an die Zukunft, heute aktueller den je. Hier am gläserenem Schimmelflügel in der Stadhalle Bremerhaven 1992.Udo Jürgens verstarb bei einem Spaziergang an Herzversagen am 21.12.2014 im Alter von 80 Jahren R.I.P. Udo.

History

Der lateinische Sinnspruch Carpe diem, der sich mit Pflücke den Tag und Genieße den Tag übersetzen lässt, geht auf die Ode An Leukonoë zurück, welche vom antiken Dichter Horaz um 23 v. Chr verfasst wurde. In der letzten Verszeile der Odenstrophe findet sich die bekannte Wortfolge. Diese stellt einen Appell dar, die knappe Lebenszeit zu genießen und nicht auf morgen zu verschieben. Der Ausspruch ist zum geflügelten Wort geworden und wird teilweise auch als Nutze den Tag wiedergegeben. Diese Übersetzung trifft aber nicht in Gänze die Intention, die Horaz mit den Wörtern Carpe diem verfolgte.

Diese Zeile lässt sich mit Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig auf den folgenden! übersetzen. Das Ganze lässt sich als ein Appell deuten, das eigene Leben im Augenblick zu leben und nicht an das Morgen zu denken, wobei stets die positiven Seiten des Lebens betrachtet werden sollten. Wesentlich ist hier, dass das Verb carpe grundsätzlich pflücken bedeutet, also nur im übertragenen Sinne als genießen zu deuten ist.

An dieser Stelle, wird der Unterschied zum Wort nutzen deutlich. Denn wer den Tag genießt, lässt diesen mit Freude und Wohlbehagen auf sich wirken. Wer aber etwas nutzt, gestaltet es möglichst effektiv und versucht dabei ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wer etwas nutzt, um ein Ziel zu erreichen, lebt allerdings nicht im Augenblick, sondern denkt an das Folgende.