Asoziale Verhaltenshygiene: # Halsband für Mitarbeiter

Durch | 24. Januar 2021

Ein Gastbeitrag von Matthias Heitmann

Die Corona-Schutzmaßnahmen offenbaren immer häufiger ihren antihumanen Kern. Aktuelles Beispiel ist der Hygiene-Großkonzern Essity, der seine Mitarbeiter mit elektronischen Halsbändern zu Corona-konformem Verhalten bewegen will.

Seit vielen Monaten trägt die Welt Maske als Ausdruck „moderner Empathie“, und sie hält Abstand, um damit auf neue Art „soziale Nähe“ zu demonstrieren. „Social Distancing“ lautet das zentrale Motto der Corona-Bekämpfung – ein Begriff, der in Sachen Zynismus einer orwell‘schen Wortkreation in nichts nachsteht. Doch nur selten wird der tatsächlich antisoziale Charakter solcher Maßnahmen zum Gesundheitsschutz so offenkundig wie im Falle des Großkonzerns Essity.

Seit Mitte Januar wird der global agierende Hersteller von Hygieneprodukten (zudem u.a. die Marken Tempo, Tena und Zewa gehören) mit Hauptsitz in Stockholm kritisiert, weil er seine Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes an die Leine legen will: Sie sollen künftig ein elektronisches Gerät des belgischen Technologieunternehmens Phi Data zur Abstandskontrolle um den Hals oder um die Taille tragen. Bei Unterschreiten des Sicherheitsabstands von zwei Metern zu Kollegen solle es blinken oder einen Alarm in der Lautstärke eines Rasenmähers (bis zu 83 Dezibel) auslösen. Das System werde zunächst bei rund 2.500 Mitarbeitern in Frankreich getestet, um anschließend möglicherweise an weiteren Standorten zur Anwendung zu kommen.

Auszug aus Reitschuster.de

Anmerkung: Grafik von Reitschuster wurde von mir visuell und sinnbildlich verändert. – So trifft sie es vermutlich noch besser. Man will uns alle an die Leine nehmen.

Ein Gedanke zu “Asoziale Verhaltenshygiene: # Halsband für Mitarbeiter

  1. AvatarKarin B.

    Wenn der Wahnsinn zur Normalität werden soll. Schöne Mutation der Grafik mit traurigen Hintegrund. 🙁

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