# GAU an der Impf-Front: Europa versagt total und mit ihr die Kanzlerin

Durch | 6. Januar 2021

Ein Gastbeitrag von Dr. Manfred Schwarz

Dabei hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Beschaffung des Impfstoffs im Frühjahr noch großspurig zur Chefsache erklärt. Gemeinsam mit seinen Ressortkollegen aus Frankreich, Italien und den Niederlanden wollte Spahn eine offensive Impfstoff-Allianz schmieden.

Am 13. Juni hatte der schwedisch-britische Impfstoff-Hersteller AstraZeneca einen Deal mit den vier Staaten gemacht: 400 Millionen Impfeinheiten wollte das Unternehmen alsbald liefern, tönte der Konzern-Chef Pascal Soriot. Genaue Liefertermine nannte er freilich nicht.

Doch das große Projekt wurde schnell auf Eis gelegt. Dafür sorgte Kanzlerin Merkel. Die Impfstoff-Katastrophe nahm damit ihren Lauf.

Denn im Kanzleramt liefen zu diesem Zeitpunkt schon Planungen auf vollen Touren, Spahn und seinen drei Minister-Kollegen die Befugnisse für weitere Verhandlungen zu entziehen.

Kanzlerin lässt Spahn zu Kreuze kriechen

Nach „Bild“-Informationen ging es Merkel bei ihrer Intervention auch um ganz persönliche Interessen: Damit sollte ein öffentlichkeitswirksames Signal für ihre EU-Ratspräsidentschaft gesetzt werden, die am 1. Juli begann. Für Deutschland sollte es demonstrativ keine nationalen Alleingänge“ geben. Merkel wollte als rundum überzeugte „Europäerin“ glänzen.

Es ging der CDU-Kanzlerin darum, weitere Kritik anderer EU-Länder im Keim zu ersticken, die im Frühjahr das deutsche Ausfuhrverbot von Atemschutzmasken kritisiert hatten.

Recherchen der „Bild-Zeitung“ zufolge mussten Spahn und seine drei Kollegen einen Brief an die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen schreiben. In diesem Schreiben gelobten die vier Minister – in einem „unterwürfigen Ton“ (Bild“) – auf Einkaufstouren ohne die EU ab sofort zu verzichten. Wörtlich schrieben die Minister untertänig: „Leider haben die zeitgleichen Verhandlungen unserer Allianz mit der Firma Sorgen verursacht.“ Ein Kniefall sondergleichen.

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