Silvevesterparty Zdf: Brandenburger Tor – „Maskenfrei“ durch die Silversternacht

Durch | 3. Januar 2021

Wer sich die die Silversterfeierlichkeiten im Zdf angetan hat, wird sich kaum wundern das sich die alternative Szene im Internet darüber so ziemlich echauffiert hat.

Ganz Deutschland hat Maskenpflicht. Ganz Deutschland? Vielleicht nicht, so zumindest der Verdacht, der jetzt in den sozialen Medien aufgekommen ist. Anlass ist ein Bild von einem der diversen Zelte, die das ZDF aufgebaut hat für seine gigantische Silvester-Show am Brandenburger Tor, die dieses Jahr ohne Publikum stattfand. Mit künstlich wirkendem und teilweise schlecht passendem Applaus aus der Konserve, Durchhalteparolen und Tänzern, die offenbar auch zum Zwecke der Erziehung der Zuschauer mit Masken auf die Bühne gingen, hatte die Show etwas Gespenstisches. Für das teure Spektakel wurde der gesamte östliche Teil des Tiergartens abgesperrt.

Auf YouTube gibt es ein Video, auf dem der Maßstab der Aufbauten zu bestaunen ist – insbesondere auch die großen Catering- und Produktionszelte. Eine kurze Sequenz in dem Streifen sorgt nun für große Aufregung vor allem auf Twitter. Auf einer Tür zu einem der Zelte hängt ein Anschlag mit der Aufschrift „Backstage Andrea Kiewel Johannes B. Kerner“. Daneben sind zwei weitere Schilder. Auf einem steht: „Essen und Getränke“, und darunter zeigt ein Pfeil nach rechts. Auch auf dem zweiten Schild gibt es so einen Pfeil. Darüber steht „Maskenfrei“, und darunter ist ein durchgestrichener Kreis mit einer Maske darin zu sehen:

Ein gutes neues Jahr an die Leser meines Blog und 2021 holen wir unsere Freiheit zurück. 🙂

Kleist und sein Richter Adam: „Der Krug geht so lange zum Wasser bis er bricht!“

Kleists Dorfrichter Adam urteilt nicht nach Gesetzen, sondern ‚wie’s hier in Huisum üblich‘ ist. Dieser empörende Fall von Justizbehinderung, Rechtsbeugung und Strafvereitelung findet in Christian Felix Weißes Einakter über den korrupten Amtmann Greif ein bisher kaum beachtetes Vorbild.‘ Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er zerbricht; oder der Amtmann‘ (1786) empfiehlt sich Kleists Gerichtsdrama nicht nur durch einen ähnlich lautenden Titel als mögliche Anregung. Mit dem jungen Referendar Biedermann tritt Kleists Schreiber Licht ein geschickter Ermittler an die Seite, der wie im ‚Zerbrochenen Krug‘ Unterstützung von einem übergeordneten Gerichtsrat und Assessor der Landesregierung erhält. Wie später Kleist seinen Dorfrichter karikiert, der ‚Recht so jetzt, jetzo so erteilen‘ will, sagt der Dichterjurist Christian Felix Weiße (1726–1804) jeglicher Willkür und autoritären Einschüchterung in Rechtsdingen den Kampf an. In einer Zeit grundlegender Justizreformen leistet das Stück damit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung, die das Gesetz als unantastbare und universal gültige Kategorie begreift.

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