# Demokratie im Singflug

Durch | 15. Dezember 2020

 

Es gab ja genug Paradigmen-Wechsel in den letzten Jahren, die gesellschaftlich gar nicht diskutiert wurden. Die Einwanderungsgesellschaft, der Schwenk zu einer restriktiven Sexualmoral und vor allem die Biophilie als übergeordneter Maßstab, der nun alles dominiert und auch die Freiheit massiv einschränkt. Das alles ist den Leuten bekannt, auch wenn sie es nicht immer so ausdrücken. Manche sagen, man hat uns nicht gefragt, ob wir eine Einwanderungsgesellschaft wollen, oder Sexualität wird immer mehr zu einem Minenfeld, auf das man sich nicht mehr vorwagt, oder ältere Leute: „Ich wurde nie gefragt, ob ich vor dem Virus beschützt werden und dafür meine Freiheit aufgeben möchte.“ – Im Gegenteil, bin froh, einfach mehr zu wissen, als meine eigene Altersklasse, mit der ich über solche Dinge kaum reden kann. Die haben den Vorteil, ihr Glaube sei stärker und der liebe Gott, wird es schon richten.

Das hört man nicht nur von Intellektuellen oder politisch Interessierten. Man hört es in Coronazeiten gelegentlich auch vom Nachbarn. – es ist die eigene Flucht in die Spiritualität.

Dabei ist das alles nicht so neu, falls man Gelegenheit dazu hatte in den letzten Jahren über seinen eigenen Tellerrand zu schauen. Bücher wie Sarasins „Deutschland schafft sich ab“, laut im Mainstream verpönt. Oder meist aber wurden diese Dinge nicht laut gesagt.

Es ist nicht die mangelnde Demokratie-Kompetenz, die offenen Widerstand verhindert. Es ist die Angst in Folge von Einschüchterung.

Natürlich haben die Krisen unsere Gesellschaft geprägt. Angefangen von den Aktienabstürzen um die Jahrtausendwende, die Euroeinführung, der Islamistische Terror, die Bankenkrise und die Eurokrise und zuletzt die Migrationskrise. Währenddessen gab es harsche gesellschaftliche Einschränkungen durch die Arbeitsmarktreformen und Hartz IV. Den Anteil linker Politik an der Verunsicherung der Bevölkerung, übrigens auch der Linken selbst, sollte man nicht unterschätzen. Ein Artikel von Karl Kollmann beleuchtet das ziemlich gut und umfassend.

Aber bei der Einschüchterung der Bevölkerung spielten noch ganze andere Player mit. Die Medien- und Dienstleistungsgesellschaft hat einen Typus von Arbeitnehmern hervorgebracht, der die geforderte Kritiklosigkeit und Loyalität in Bezug auf die Arbeitgeber geradezu verbissen mitträgt.

Das alles trägt sich bis in den eigenen unmittelbaren Lebensbereich hinein

Ein wirklicher Diskurs findet kaum statt. Und wenn dann unter vorgehaltener Hand. – Es sind die Zurückhaltungen wie vor der Krise. Indem über alles geplappert wurde. – Jetzt nicht mehr. Du merkst schon wenn du deine selbstgewählte Altersquarantäne verlässt, wie Hausarzt, Apotheker, Offenheit wie früher. Sie sind verschwunden. Dabei ist es einfach, wenn du dich trauen solltest, dahinter zu kommen und nicht sogleich das Stigma der „Offenheit“ eines Querdenkers verpasst zu bekommen:

„Direkt zu fragen, um zu erfahren, was hinter dem Schweigen steckt, zu früher wo das alles noch anders war“.
Es fehlt und bietet deshalb auch keine eigene Sicherheit mehr.

Man spürt ihre Angst und viele geben dann auf

Das hat doch mit Demokratie-Kompetenz nichts zu tun. Es ist ein Ausdruck, dass die Demokratie die Bürger nicht mehr schützt, vor Bevormundung und vor Ausbeutung. Was wir jetzt, angesichts der Corona-Pandemie, geradezu bilderbuchartig vorgeführt bekommen.

„Wer nicht mitspielt wird diffamiert, eingeschüchtert und ausgegrenzt“.

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