Der Schockmoment und du …

Durch | 26. November 2020

Medizinprofessor Matthias Schrappe sagt dazu: „Die Bundesregierung ist beratungsresistent“ und: „Die Bevölkerung wird in einen Dauer-Schockzustand versetzt.“ Der Medizinprofessor Matthias Schrappe ist in einem Interview mit der Bild hart mit der Corona-Politik der Regierung ins Gericht gegangen: Der Erfolg des Lockdowns sei sehr zweifelhaft, außerdem missachten die Verantwortlichen ihren Schutzauftrag für die Risikogruppen. Schrappe zweifelt an der Sinnhaftigkeit der bisherigen Strategie: Die Inzidenz auf einen Wert von unter 50 Testpositiven je 100.000 Einwohnern zu halten, sei vollkommen irreal und keine gute Politik. Wenn man diesen Grenzwert dauerhaft unterschreiten will, bräuchte man einen unendlichen Lockdown. Laut Medizin-Professor Schrappe würde es helfen, wenn man nicht nur die positiven oder negativen Befunde der Tests angeben würde, sondern auch die Infektiosität.

Diese lasse sich relativ einfach aus der Zyklenzahl der verwendeten PCR-Tests ermitteln: Je öfter der Nachweis wiederholt werden müsse, desto weniger vom Virus ist vorhanden. Ein Kind, welches 38 Zyklen benötige, führte Schrappe im Interview an, sei mit Sicherheit nicht infektiös und es sei in dem Fall übertrieben (!), die ganze Schulklasse in Quarantäne zu schicken. Aber da „dies nicht in den RKI-Anweisungen steht, nehmen die Gesundheitsämter dies nicht zur Kenntnis“. Ein Lockdown sei kein Instrument, mit dem man die Corona-Situation unter Kontrolle bringen könne. In anderen Ländern sei der Lockdown beispielsweise wesentlich härter gewesen als in Deutschland, und dennoch stehen diese Länder schlechter da.

Die „Pandemie“ sei kein Geschehen, das man mit Beschränkungen ausbremsen könne, die Dynamik bekomme man so aus dem „Infektionsgeschehen“ nicht mehr heraus. Auch das Szenario einer „zweiten Welle“ hält er für falsch, denn dies sei „keine Welle, die man brechen kann“. Der Lockdown bewirke nur ein vorübergehendes Abflachen. Aber sobald gelockert wird, würde sich der Anstieg der mutmaßlichen Neuinfektionen fortsetzen. Dadurch, dass so viel Arbeit in die Kontaktnachverfolgung gesteckt werde, blieben aber kaum Ressourcen für stark gefährdete Menschen. Bereits im April habe man darauf hingewiesen, dass es Infektionsherde in Krankenhäusern und Pflegeheimen geben wird. Man hätte damals – und heute immer noch – zielgerichteter vorgehen müssen, denn auch derzeit ist die Hälfte der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona auf diese Bereiche zurückzuführen.

Mittlerweile ist dies bereits das sechste Schreiben, dass die Gruppe der Bundesregierung vorlegt:“ „Bereits am Sonntag hatte Schrappe – zusammen mit acht weiteren Wissenschaftlern – ein Thesenpapier vorgelegt, in dem die Mediziner die bisherige Corona-Politik scharf kritisieren und sich für einen Strategiewechsel aussprechen, denn der November-Lockdown fordere zu große Opfer, und der Erfolg sei zweifelhaft.

 

 

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