Entspannt mit Kant (Kategorischer Imperativ)

Durch | 16. Juli 2020

Was genau ist der kategorische Imperativ von Immanuel Kant? Wie kann man ihn anwenden? Dies soll hier detailliert erklärt werden anhand der 4 Originalbeispiele von Kant.
Ich freue mich über Kommentare 🙂

Es gibt Zeiten, in denen nicht viel passiert, in denen alles so vor sich hinplätschert. Und dann gibt es wieder Augenblicke, in denen wirklich was passiert: in dem sich all das, was bis dahin ruhig dahinfloss, in einem kurzen Moment entlädt. Im Nachhinein betrachtet scheint die ruhige Zeit vorher nur die Vorbereitung, das Atemholen für diesen Moment zu sein, der alles auf den Kopf stellt und nach dem die Welt eine andere ist.

Solche Momente gibt es im Leben, und es gibt sie in der Geschichte der Philosophie. Ein solcher historischer Augenblick war das kleine Essay „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ des Immanuel Kant aus dem Jahre 1784. Ein Jahr zuvor hatte der Berliner Pfarrer Johann Friedrich Zöllner in einer Zeitschrift die spöttische Frage gestellt, was denn die Aufklärung sei, die zwar viel besprochen sei, aber keiner genau wisse, was sie eigentlich sei. Kant, lieferte die Antwort.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. […]

„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Kant nennt direkt nach diesem Zitat die beiden Ursachen: „Faulheit“ und „Feigheit“. „Es ist so bequem, unmündig zu sein“, sagt Kant, und er führt dies auch weiter aus: die meisten Denkaufgaben werden anderen Menschen übertragen, den Fachleuten, die dafür bezahlt werden. Kant nennt das Buch, das man kaufen kann, den Seelsorger, den Arzt usw. All diese Dinge erleichtern das tägliche Leben, aber sie sorgen eben auch dafür, dass man sich bequem einrichtet und nicht selber denken muss.

Eine weitere Sache kommt hinzu: immer wieder wird darauf hingewiesen, wie gefährlich es sei, eigenständig zu denken. Kant spricht hier von „Vormündern“, die den Menschen wie Hausvieh in den Käfig sperren und dumm machen, indem sie sie davor warnen, den Käfig zu verlassen.

All dies macht es für den Einzelnen sehr schwer, seine Unmündigkeit zu verlassen, die er sogar „liebgewonnen“ hat. Einfacher ist dieser Prozess für eine große Menschenmenge. Denn in einer solchen finden sich immer einige wenige, die selbständig denken können und nach und nach die anderen mitziehen können. – Beginnt zu Denken. Neben unserem Bauchgefühl, ein ebenso wichtiger Bestand des Mensch sein.

Weiteres Kant Zitat: Der ziellose Mensch erleidet sein Schicksal, der zielbewusste gestaltet es.

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