Weshalb verschwanden Websites aus dem Google-Index?

In den vergangenen Monaten hatte Google mehrmals Probleme mit dem Suchindex. Der größte Vorfall dieser Art ereignete sich am 5. April, als etliche Website-Betreiber bemerkten, dass ihre Seite in den Google-Suchergebnissen nicht mehr auffindbar war – der Google-Index hatte sie „verloren“. Webmaster beschwerten sich damals vor allem über das Kommunikationsverhalten von Google: Sie selbst bemerkten das Problem oft über einen Einbruch des Traffics. Eine direkte Benachrichtigung der Betroffenen durch Google erfolgte nicht. Die vom Index-Fehler benachteiligten Webmaster mussten sich selbst die Informationen zusammensuchen, die Google über Twitter verbreitete.

Jetzt hat Google die Vorfälle aufgearbeitet. In einem langen Blogpost erklärt Vincent Courson von Google die Hintergründe des Index-Fehlers und weiterer Probleme.

Außerdem gibt der Beitrag Hinweise, wie in Zukunft die Krisenkommunikation erfolgen soll. Die wichtigsten Punkte in Kürze.

Probleme mit dem Google-Index: Was war geschehen?

  • Am 5. April verschwanden Websites aus dem Google-Index. Webmaster waren besorgt und suchten Rat. Am 7. April twitterte Google, dass man an dem Problem arbeite. Am 11. April verkündete Google in einem Tweet, dass das Problem behoben sei.
  • Am 15. April vermeldete Google, dass die Search Console infolge des Index-Fehlers derzeit fehlerhaft arbeite. Es war möglich, dass einige Berichte und der URL Inspector nicht den aktuellen Status zeigten. Am 30. April sagte Google, die Search Console arbeite wieder einwandfrei.
  • Am 22. Mai nahm der Google-Index keine neuen URL mehr auf. Google berichtete morgens vom Problem und bezeichnete es abends als gelöst.
  • Am 8. August twitterte Google, dass es erneut Problem beim Indexieren von Seiten gibt. Am 9. August sagte Google, die Sache sei gelöst.

„Wir haben zeitweise einen Teil des Suchindex verloren.“ – Google

Wie kam es dazu?

Google unterhält weltweit mehrere Datenzentren, die Suchanfragen annehmen und Suchergebnisse bereitstellen. Damit alle Zentren mit derselben Datenbasis arbeiten, werden Aktualisierungen des Google-Index über alle Server gespiegelt. Das sorgt dafür, dass bei jeder Suchanfrage weltweit Ergebnisse von der aktuellsten Version des Index angezeigt werden. Laut Google versagten am Freitag, den 5. April, beim geplanten Rollout einer Index-Aktualisierung Teile der Implementierungs-Infrasktruktur. Dadurch wurden einige Index-Dokumente nicht in die Aktualisierung übernommen – sprich: Es gingen Teile des Index verloren. Nachdem Google den Fehler bemerkt hatte, setzte es den Index auf die frühere, stabile Version zurück. Als man sich am Mittwoch, den 11. April sicher war, dass alle Datenzentren über eine komplette Version des Indexes verfügten, verkündete Google, dass das Problem gelöst war.

Googles Search Console zieht einige Daten aus dem Google-Index und war dadurch im Nachgang vom Fehler ebenfalls betroffen und zeigte Ungereimtheiten. Da Google auf eine frühere Version des Suchindex zurückgreifen musste, wurde auch die Aktualisierung der Datenbank der Search Console ausgesetzt. Das führte zu eingefrorenen Daten bei einigen Reportings.

Dass am 22. Mai keine neuen URL mehr in den Google-Index aufgenommen wurden, hatte seine Ursache in einem Hardware-Problem nach einem geplanten Infrastruktur-Upgrade. Während der Verarbeitung bestimmter URL erreichte das Duplikationsmanagement die Kapazitätsgrenze des Speichers. Dadurch wurden alle eingehenden URL nicht mehr in den Index aufgenommen.

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