Das musst Du zu Strafzinsen wissen

Strafzinsen, Negativzinsen, Minuszinsen oder Verwahrentgelt – egal wie es genannt wird, die Begriffe lösen ein mulmiges Gefühl aus. Aber das muss gar nicht sein! Wir erklären Dir in diesem Artikel, was Strafzinsen sind, warum es sie gibt und ob Dein Erspartes vom Strafzins betroffen ist.

Was sind eigentlich Strafzinsen?

Seit Mitte Juni 2014 müssen Geschäftsbanken Zinsen zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Aktuell sind es 0,4 Prozent.

Wohingegen Sparer früher mit Zinsen für die angehäufte Summe an Geld “belohnt” wurden, werden diese jetzt ab einer bestimmten Summe an Guthaben von verschiedenen Banken “abgestraft”. So kommen negative Zinsen und der des “Strafzins” zustande.

Von Strafzinsen ist also dann die Rede, wenn Du für Dein erspartes Guthaben zusätzlich Zinsen zahlen musst. Negative Zinsen betreffen dabei alle Konten und Formen der Lagerung von Geld auf der Bank. Das heißt also, dass Strafzinsen für Guthaben auf Sparkonten wie Sparbüchern und Girokonten gleichermaßen angewendet werden können.

Strafzinsen Definition

Strafzinsen sind negative Zinsen auf Dein Sparguthaben.

Aber keine Panik! Nicht jedes gesparte Guthaben ist vom Strafzins betroffen. Wer tatsächlich Negativzinsen zahlen muss und wie hoch diese sind, hängt von der jeweiligen Bank ab.

Einzelne Häuser geben die Negativzinsen an Unternehmen, große Investoren wie Fonds und an vermögende Privatkunden weiter. In Deutschland kassieren laut einer Umfrage des Portals biallo.de 30 Institute ein sogenanntes Verwahrentgelt für Privatkunden, in der Regel ab einer Summe von 100.000 Euro. Bei den meisten beträgt dieses Entgelt 0,4 Prozent. Die allermeisten Kunden bleiben von Negativzinsen also verschont.

Sind bald auch Normal-Sparer davon betroffen?

Derzeit sieht es nicht danach aus. Denn ein solcher Schritt würde Kunden zur Konkurrenz treiben. „Ich glaube nicht, dass wir Negativzinsen auf breiter Front bekommen werden“, sagt Finanztip-Chef Hermann-Josef Tenhagen. „Die erste Sparkasse, die das macht, bekommt so viel Haue, dass sie dies tunlichst vermeiden wird.“

Können die Banken die Kosten nicht anders weitergeben?

Das können sie – und das werden einige wohl auch versuchen. Je länger das Zinstief anhält, umso wahrscheinlicher wird es, dass Institute Gebühren erhöhen. Preiserhöhungen sind in der Branche ein Dauerthema. „Man kann das Zinsumfeld nicht nur mit Kostenreduzierungen auffangen“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Mitte Juli dem „Handelsblatt“ – kurz nachdem er einen Sanierungsplan inklusive des Abbaus Tausender Stellen angekündigt hatte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Banken, die aktuell ein kostenloses Konto anbieten, dies angesichts der Zinspolitik die nächsten Jahre oder Jahrzehnte durchhalten.“

Welche Banken erheben Negativzinsen?

Nicht alle Banken verlangen Strafzinsen, obwohl die Zinspolitik der EZB natürlich alle Banken gleichermaßen mit ihren Richtlinien unter Druck setzt. Woran liegt es also, dass einige Banken noch keine Minuszinsen für vermögende Sparer verhängen?

Das kann verschiedene Gründe haben, wir listen Dir hier die wichtigsten auf:

Viele Banken haben Angst, dass ihre Kunden zu konkurrierenden Banken wechseln.

Um die Weitergabe von Negativzinsen an Kunden zu vermeiden, haben Banken zuerst andere Maßnahmen wie Stellenabbau und Filialschließungen eingeleitet.

Banken versuchen, Strafzinsen durch Girokontogebühren auszugleichen. Diese wirken auf Kunden harmloser, sind aber vor allem für Kleinsparer in der Summe sogar höher als mögliche Minuszinsen.

Falls Dich interessiert, welche Banken bereits Strafzinsen für Erspartes berechnen und welche Konten jeweils betroffen sind, findest Du hier eine Übersicht zu Banken mit Negativzinsen.

Von Strafzinsen betroffen, was nun?

Falls Du zu den sehr vermögenden Sparern gehörst und direkt vom Strafzins betroffen bist, hast Du im Endeffekt drei Möglichkeiten:

  1. Die “sichere” Variante: Du bleibst bei der Bank und nimmst den Strafzins in Kauf.
  2. Die “risikoreichere” Variante: Du investierst in Immobilien oder Sachgüter wie Gold.
  3. Die “risikoreichste” Variante: Du investierst Dein überschüssig Erspartes in Wertpapiere.

Bist Du neugierig, welche weiteren Varianten es noch gibt, Dein Geld bestmöglich anzulegen? Dann lies Dir unseren Artikel über alle Optionen der Geldanlage durch!



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