Wie chinesische Schulkinder nachts für Amazon schuften

Schon einmal gab es einen Skandal wegen chinesischen Teenagern, die bei einem Zulieferer von Amazon arbeiteten. Jetzt hat der Guardian noch einmal geschaut und wieder Schüler gefunden, die täglich Überstunden für Amazon machen und auch nachts arbeiten.

Beides ist auch in China nach dem Arbeitsrecht illegal. Laut den Recherchen des Guardian arbeiten jetzt wieder Hunderte von Schülern für Foxconn, einem der größten Auftragsfertiger der Branche. Die Schüler sind im Alter ab 16 Jahre und werden durch ihre Lehrer rekrutiert, die die Teenager zum einen zu den Überstunden motivieren sollen, auf der anderen Seite aber auch für jeden Schüler eine Kopfprämie erhalten sollen.

Wir stecken Alexa jetzt in mehr Sachen … Aber sagen wir einfach, nicht alles macht den Schnitt aus.

Im Bericht des Guardian heißt es, dass die Schüler vor allem die Amazon Echo-Lautsprecher fertigen – der Konzern hat einen riesigen Bedarf an den Lautsprechern, die weltweit in Massen zum Prime Day verkauft wurden.

Um nun die Produktionsziele zu erreichen soll Foxconn eine Reihe illegaler Versuche unternehmen. Dazu gehört die Anstellung der minderjährigen Helfer, die eigentlich weder Überstunden noch Nachtarbeit leisten dürften, das aber laut den dem Guardian vorliegenden Dokumenten täglich machen.

Viele der Teenager werden demnach von Schulen und Fachhochschulen rund um die Stadt Hengyang eingezogen und als „Praktikanten“ eingestuft. Die Lehrer werden von der Fabrik für ihre Begleitung bezahlt und sollen unkooperative Schüler dazu ermutigen, Überstunden zusätzlich zu den regulären Schichten anzunehmen. Das heißt dann, dass sie anstelle von fünf Tagen á acht Stunden zumeist sechs Tage á zehn Stunden arbeiten. Über 1000 Schüler sollen so den Personalbestand in den Spitzenzeiten erhöhen, um jetzt genügend Echo-Geräte und Kindles herzustellen.

Bestätigung durch Foxconn

Foxconn hat laut Guardian die Vorwürfe in Teilen bereits bestätigt. Das Unternehmen sagte in einer Erklärung: „Wir haben die Aufsicht und Überwachung des Praktikumsprogramms mit jeder relevanten Partnerschule verdoppelt, um sicherzustellen, dass Praktikanten unter keinen Umständen Überstunden oder Nächte machen dürfen. Es gab in der Vergangenheit Fälle, in denen eine lasche Kontrolle durch das lokale Managementteam dies ermöglicht hat, und während den betroffenen Praktikanten die mit diesen Schichten verbundenen zusätzlichen Löhne gezahlt wurden, ist dies nicht akzeptabel, und wir haben sofortige Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass sich dies nicht wiederholt.“

Quelle: dpa

Hat dir der Beitrag gefallen?

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei